Sensenkurs beim Obst- und Gartenbauverein Dossenheim am 11.Juli 2026
Am Samstag, dem 11. Juli 2026, fand auf dem Gelände des Obst- und Gartenbauvereins Dossenheim ein besonderer Weiterbildungstag statt: ein ganztägiger Sensenkurs unter der Leitung des erfahrenen Sensenlehrers Jürgen Pfeifer aus Reilingen. Von 10 bis 16 Uhr erhielten die Teilnehmenden einen umfassenden Einblick in die traditionelle Mähtechnik, eine Fertigkeit, die heute wieder zunehmend geschätzt wird, sei es aus ökologischen Gründen, zur Pflege von Streuobstwiesen oder als achtsame, naturnahe Alternative zu motorisierten Geräten.
Der Kurs umfasste auch eine Einführung in die Wiesenkunde. Herr Pfeifer erläuterte, wie sich unterschiedliche Wiesenstrukturen, Pflanzenarten und Bodenverhältnisse auf das Mähen auswirken. Die Teilnehmenden lernten, woran man erkennt, wann eine Wiese „schnittreif“ ist, welche Pflanzen geschont werden sollten und wie eine nachhaltige Pflege zur Förderung der Artenvielfalt beiträgt. Besonders eindrucksvoll war die Erkenntnis, dass das Mähen mit der Sense nicht nur ein Handwerk, sondern auch ein Beitrag zum Erhalt ökologisch wertvoller Lebensräume ist.
Darüber hinaus vermittelte Herr Pfeifer die zahlreichen Vorteile des Sensens gegenüber motorisierten Mähgeräten. Mit einer gut eingestellten und scharfen Sense lässt sich äußerst präzise arbeiten. Der saubere Schnitt schont die Pflanzen und ermöglicht eine schnelle Regeneration der Vegetation. Jeder Quadratmeter einer Wiese kann gezielt gemäht oder bewusst für einen späteren Schnitt stehen gelassen werden, um Insekten Rückzugsräume zu bieten oder Pflanzen zur Aussamung kommen zu lassen. Ohne Motorenlärm, Abgase und Feinstaub wird das Mähen zudem zu einer ruhigen, entschleunigenden Tätigkeit, bei der die Natur intensiv wahrgenommen werden kann. Die Teilnehmenden erfuhren, dass diese jahrhundertealte Technik nicht nur ein wertvolles Kulturgut darstellt, sondern auch einen wichtigen Beitrag zum Arten- und Klimaschutz leisten kann. Damit ist die Sense aktueller denn je und ein möglicher Schlüssel zur Bewältigung vieler ökologischer Herausforderungen unserer Zeit.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Wahl des richtigen Sensenbaums und eines zur Aufgabe passenden Sensenblattes. Herr Pfeifer zeigte verschiedene Modelle, erklärte ergonomische Unterschiede und demonstrierte, wie wichtig die richtige Länge und Krümmung des Werkzeugs für eine gesunde Körperhaltung ist. Anschließend ging es um die Einrichtung der Sense: Die korrekte Einstellung von Blattwinkel und Griffposition ist entscheidend, damit die Sense sauber und kraftsparend durch das Gras gleitet.
Natürlich durfte auch die Praxis nicht fehlen. Auf den Wiesenflächen des Vereinsgeländes hatten die Teilnehmenden ausreichend Gelegenheit, das Mähen mit der Sense selbst auszuprobieren und die zuvor vermittelten Techniken unter fachkundiger Anleitung anzuwenden. Alle übten neben der richtigen Schnitttechnik auch das Schärfen und Dengeln der Sensen, zwei Techniken, die maßgeblich über die Qualität des Mähergebnisses entscheiden. Der Kursleiter zeigte Schritt für Schritt, wie man die Schneide mit dem Wetzstein pflegt und wie durch das Dengeln die Schneide dünn und scharf gehalten wird. Viele Teilnehmende waren überrascht, wie präzise und feinfühlig dieser Arbeitsschritt ist und wie sehr er die Lebensdauer des Sensenblattes verlängert.
Nach dem praktischen Teil folgte ein gemütlicher Ausklang. Unser OGV-Vorsitzender Sven Gropp leitete durch den Lehr- und Schaugarten des OGV. Die Besucherinnen und Besucher erhielten Einblicke in die vielfältigen Pflanzbereiche, die Obstsortenvielfalt, den Käferkeller und die naturnahen Gestaltungselemente des Vereinsgeländes. Sven Gropp erläuterte die Ziele des Gartens, darunter Umweltbildung und die Förderung eines nachhaltigen Umgangs mit Natur und Garten.
Der Sensenkurs war ein voller Erfolg: informativ, praxisnah und getragen von einer angenehmen, motivierenden Atmosphäre. Viele Teilnehmende äußerten den Wunsch, das Gelernte künftig auf eigenen Wiesen oder im Garten anzuwenden. Der OGV Dossenheim bedankt sich herzlich bei Jürgen Pfeifer für sein fachkundiges Engagement und bei allen Teilnehmenden für ihr Interesse an dieser traditionsreichen und zugleich zukunftstauglichen Technik.